Tischgespräche oder wie man eine Vikarin wird

Bild: privat

Theresa Noack ist Vikarin auf dem Richtsberg

Ich befand mich in einem mittelschweren Dilemma, als ich mit 18 Jahren am elterlichen Küchentisch saß. Denn die beiden erwarteten so langsam eine Antwort auf die Frage, was ich denn nun werden wolle. Doch ich hatte keine Ahnung. Eigentlich hätte ich gerne etwas Kreatives studiert, zur Not auch Soziale Arbeit, doch meine Mutter war der festen Überzeugung, dass Theologie genau der richtige Studiengang sei. Und wie es nun mal so ist, wenn die Eltern etwas vorschlagen, war dies die beste Methode mir ein Theologiestudium auszureden. Ich entschied mich für einen Bundesfreiwilligendienst, und da ich schon damals gerne das tat, was niemand in meinem Alter zu interessieren schien, arbeitete ich in einem Hospiz. Dort, wo das Sterben den Alltag bestimmt, lernte ich eine Menge über das Leben, unter anderem, dass Mütter manchmal gar nicht so falsch liegen. Also fand ich mich ein Jahr später am selben Küchentisch in der gleichen Unterhaltung wieder. „Theologie vielleicht, aber Kirche?“, murrte ich, „Ich will etwas verändern, statt alte Traditionen zu pflegen, politisch arbeiten, kreativ sein, helfen…“ Und meine Mutter, Sie ahnen es vielleicht, prophezeite in ihrer Weisheit erneut: „Wenn dich etwas stört, musst du es selbst verändern.“ Diese Worte nahm ich mir zu Herzen, und obwohl die Einstellung zu meiner Karriere als Pfarrerin in sieben Jahren Studium unstet blieb, freue ich mich nun doch sehr auf mein Vikariat in Ihrer Gemeinde am Richtsberg.

Zur Vorstellung noch ein paar Worte zu mir: Ich bin 1995 in Fulda geboren und am Fuße des Kalibergs in Neuhof aufgewachsen. Ich liebe es zu zeichnen, zu fotografieren oder zu backen, bin aber in keinem Handwerk aufgrund meiner Ungeduld wirklich gut. Schon früh setzte ich mich für Naturschutz ein, und durch mein Studium in Marburg und Bochum bin ich zudem zur Feministin geworden. Das spiegelt sich auch in meinem Glauben und meinen theologischen Ansichten. Ich bin sehr gespannt, Ihre Gemeinde in all ihren Facetten erkunden zu dürfen und bin schon heute dankbar für alles, was ich durch Sie in den nächsten 18 Monaten lernen werde. Ihre neue Vikarin Theresa Noack

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