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Montag, 25.09.2017

Projektkontext

Der Richtsberg ist ein Stadtteil mit erhöhtem besonderem Förderbedarf in Marburg. Er ist Marburgs größter und kinderreichster Stadtteil. An der Spitze in Marburg steht der Richtsberg auch in Hinblick auf Haushalte, die ALG-II beziehen oder ihr geringes Einkommen durch staatliche Leistungen aufstocken müssen.

Über zwei Drittel der Bewohner/innen haben einen Migrationshintergrund. Mindestens 40% der Bewohner/innen sind Aus- und Übersiedler aus der ehemaligen Sowjetunion. Insgesamt leben etwa 90 Nationalitäten am Richtsberg. Seit zwei Jahren werden verstärkt geflüchtete Menschen – insbesondere Familien – im Stadtteil untergebracht.

In der Vergangenheit fiel auf, dass es eine größere Anzahl von Jugendlichen unterschied- licher Herkunft und Religion gibt, die sich durch die vorhandenen Angebote nicht oder kaum ansprechen lassen. Gerade auf dem Oberen Richtsberg mit zwei Schulen, Gemein- schaftseinrichtungen, Einkaufsmöglichkeiten und anderen häufig frequentierten Orten suchen sie sich ihren Platz. Dort fallen sie zum Teil durch ihr Verhalten, Alkohol- und teilweise auch Drogenkonsum auf. Viele der Jugendlichen haben wenig bis keine Unter- stützung aus den Elternhäusern, die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten leben von ALG- II, Schulkarrieren sind häufig von Schulwechseln und -abbrüchen gezeichnet und die beruflichen Perspektiven sind mangels elterlicher Unterstützung eher schlecht.

Gerade das Miteinander und die Inklusion von Flüchtlingen und Einheimischen sind in den letzten Monaten zu einer Herausforderung geworden. Zum einen benötigen die neuen Bewohner des Stadtteils Unterstützung hinsichtlich Sprache, der Anbindung an sozialräumliche Strukturen und der Suche nach schulischen und beruflichen Perspektiven, zum anderen bedarf es der Entwicklung einer Willkommensstruktur und dem Thematisieren von Vorurteilen unter denjenigen, die schon lange im Stadtteil wohnen.